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Frequently Asked Questions

 

Was ist ELGA?

Die Elektronische Gesundheitsakte ELGA ist ein Informationssystem, das allen berechtigten ELGA-Gesundheitsdiensteanbietern (z.B. Ärztinnen, Ärzten und Spitälern), ELGA-Teilnehmerinnen und ELGA-Teilnehmern den orts- und zeitunabhängigen Zugang zu Gesundheitsdaten ermöglicht. Die Idee hinter ELGA ist, im Falle einer medizinischen Behandlung oder Betreuung – und nur in diesem Zusammenhang – den behandelnden Gesundheitseinrichtungen die notwendigen Vorinformationen bereitzustellen und diesen Zugriff auch den Patientinnen und Patienten selbst zu ermöglichen. Durch ELGA erhält der behandelnde ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter Vorbefunde, Entlassungsberichte und die aktuelle Medikation seiner Patientinnen und Patienten als unterstützende Entscheidungsgrundlage für die weitere Diagnostik und Therapie.

 

Kann ich der Teilnahme an ELGA widersprechen?

Das ELGA-Gesetz spricht von einem so genannten „Opt-out“, d.h. man kann als ELGA-Teilnehmerin oder ELGA-Teilnehmer bestimmen, ob man überhaupt oder zukünftig nur teilweise, z.B. nur für e-Medikation, an ELGA teilnehmen möchte. Dieser „Widerspruch“ kann seit Jahresbeginn 2014 entweder elektronisch über das ELGA-Portal, das auf der Website www.gesundheit.gv.at abrufbar ist, oder schriftlich bei der ELGA-Widerspruchstelle abgegeben werden.

 

Wann kommt ELGA?

ELGA-Portal und ELGA-Widerspruchsstelle sind mit Anfang 2014 in Betrieb gegangen.  Ab 2015 werden dann schrittweise die ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter, also z.B. Spitäler, Pflegeeinrichtungen, Ärztinnen, Ärzte und Apotheken- beginnend mit den öffentlichen Krankenanstalten – Inhalte für ELGA zur Verfügung stellen bzw. abrufen können.

  • Ab 2014: ELGA-Portal und ELGA-Widerspruchstelle
  • Ab 2015: erste Dokumente durch Krankenhäuser
  • Ab Mitte 2016: ELGA-Dokumente aus dem niedergelassenen Bereich, e-Medikation durch niedergelassene Ärztinnen, Ärzte und Apotheken

 

 

Ist ELGA ein zentraler Speicher meiner Daten?

Nein. ELGA vernetzt lediglich die für ELGA bereitgestellten Dokumente. Die Dokumente werden in den jeweiligen Gesundheitseinrichtungen gespeichert (wie bisher auch). Um der behandelnden  Ärztin bzw. Arzt oder der Apotheke einen Überblick über die aktuellen Medikationsdaten einer ELGA-Teilnehmerin oder eines ELGA-Teilnehmers zu geben, wird für jede ELGA-Teilnehmerin oder jeden ELGA-Teilnehmer ein Arzneimittelkonto beim Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger eingerichtet.

 

Werden Daten ohne mein Wissen für ELGA zur Verfügung gestellt?

Bereits jetzt müssen Befunde (Laboruntersuchungen, etc.) erfasst und in den EDV-Systemen der Ersteller (z.B. Spital) gespeichert werden. ELGA stellt diese Befunde auch anderen berechtigten Gesundheitseinrichtungen zur Verfügung. Dieser Vernetzung kann jederzeit widersprochen werden. Zusätzlich sind alle Dokumente und das Protokoll aller Zugriffe in ELGA für die Patientin oder den Patienten abrufbar.

 

Werden ELGA-Daten auf meine e-card gespeichert?

Nein. Die e-card ist lediglich eine Schlüsselkarte, die den Zugriff auf ELGA-Daten im jeweiligen Behandlungszusammenhang ermöglicht.

 

Wer wird aller Zugriff auf meine Daten haben?

ELGA-Gesundheitsdaten einer Patientin oder eines Patienten sind für den ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter (z.B. Ärztin oder Arzt, Krankenhaus) nur dann zugänglich, wenn die Patientin oder der Patient aktuell bei diesem Gesundheitsdiensteanbieter in Behandlung oder Betreuung ist und keine Widersprüche deponiert hat.

 

Haben Versicherungen, Amtsärztinnen oder Amtsärzte oder Arbeitgeber Zugriff?

Nein. Ärztinnen und Ärzte, die für Behörden oder Versicherungen (z.B. Amtsärztinnen oder Amtsärzte oder der chefärztliche Dienst der Krankenkassen) tätig sind, aber auch Arbeitsmedizinerinnen oder Arbeitsmediziner haben keinen Zugriff auf ELGA- Gesundheitsdaten. ELGA-Gesundheitsdaten dürfen weder durch Versicherungen noch durch den Arbeitgeber oder dessen Angestellte (z.B. ArbeitsmedizinerIn, PersonalchefIn) oder dessen Dienstleister (z.B. PersonalberaterIn) verlangt oder abgefragt werden. Eigene Strafbestimmungen im ELGA-Gesetz unterstreichen diese Verbote. Es sind sowohl entsprechende Verwaltungsstrafen als auch Bestrafungen nach dem Strafgesetzbuch vorgesehen.

 

Muss ich für ELGA etwas bezahlen?

Nein.

 

Wie lange haben Berechtigte Zugriff auf meine Daten – warum länger als mein Besuch dauert?

Ärztinnen und Ärzte, Krankenanstalten und Pflegeeinrichtungen haben grundsätzlich 28 Tage ab Nachweis des Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses, z.B. durch Stecken der e-card bei der Ärztin oder beim Arzt in der Ordination, Zugriff auf die Daten. Danach erlischt die Zugriffsberechtigung und wird erst bei erneutem Nachweis des Behandlung- oder Betreuungsverhältnisses wieder aktiv. Der Zeitraum von 28 Tagen ist für den Abruf weiterer Informationen zum konkreten Behandlung- oder Betreuungsfall gedacht, z.B. wenn nach einem Krankenhausaufenthalt noch Befunde ausständig sind. Apotheken werden nur zwei Stunden auf die Medikationsdaten Zugriff haben. ELGA-Teilnehmerinnen und Teilnehmer können aber die genannten Zugriffsfristen für ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter beliebig verkürzen oder mit deren Einverständnis auf bis zu ein Jahr verlängern („Vertrauensärztin oder Vertrauensarzt“).

 

Wie greift der Gesundheitsdiensteanbieter auf die ELGA zu?

ELGA wird im Regelfall als Softwaremodul in die bestehenden IT-Systeme in den Arztpraxen, Apotheken und Spitälern integriert. Der ELGA-GDA kann bei einem aktuellen Behandlungs- oder Betreuungsverhältnis bestimmte Gesundheitsdaten einsehen, sofern die Patientin oder der Patient der Teilnahme an ELGA nicht vollständig oder teilweise widersprochen hat.

 

Welche Daten und Befunde kann der Gesundheitsdiensteanbieter einsehen?

Die ersten in ELGA verfügbaren Daten werden ärztliche und pflegerische Entlassungsbriefe des Krankenhauses, Laborbefunde und Radiologiebefunde sowie Medikationsdaten, sein. Weitere ELGA-Befunde werden noch festgelegt. Darüber hinaus ist geplant, ab 1.1.2017 über Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten und medizinische Register ELGA verfügbar zu machen.

 

Kann ich Unerwünschtes ausblenden?

Die Patientin oder der Patient hat die Möglichkeit, Dokumente (z.B. Befunde) einzeln „auszublenden“. Damit werden sie für die ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter unsichtbar. Es ist technisch sichergestellt, dass ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter nur Einsicht in die ELGA einer Patientin oder eines Patienten erhalten, wenn ein Behandlungs- oder Betreuungsverhältnis vorliegt. Die Entscheidung, ob es im Einzelfall von Nachteil ist, wenn die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt wichtige Informationen zum Gesundheitszustand oder die aktuelle Medikation nicht im Wege von ELGA zur Verfügung hat, muss jeder für sich treffen.

 

Was passiert bei einem ELGA-Aufruf technisch?

 

Aufruf durch ELGA-TeilnehmerInnen:

Nach der Anmeldung am ELGA-Portal kann die ELGA-Teilnehmerin oder der ELGA-Teilnehmer künftig

  • alle persönlichen ELGA-Daten einsehen,
  • der Teilnahme an ELGA ganz oder teilweise widersprechen,
  • Dokumente aus-/einblenden,
  • Einsicht in die Protokolldaten („Wer hat sich wann welchen meiner Befunde angesehen?“) nehmen und
  • sehen, welche ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter aktuell Zugriff auf ihre / seine ELGA haben.

 

Die aktuell gültigen Zugriffsberechtigungen der ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter können dabei verlängert oder verkürzt werden.

 

Aufruf durch einen ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter:

Durch Authentifizierung der Ärztin oder des Arztes (z.B. wenn sich die Ärztin oder der Arzt über die Ordinationskarte „o-card“ bei ELGA anmeldet) und Nachweis des Behandlungs- oder Betreuungszusammenhanges (z.B. über Stecken der e-card durch die Patientin oder den Patienten) prüft das System, ob die Bürgerin oder der Bürger an ELGA teilnimmt bzw. die Ärztin oder der Arzt für den Zugriff berechtigt ist. Hat die Patientin  oder der Patient  keinen Widerspruch eingelegt, sucht das System eine Übersicht (Liste) aller Daten, die nicht ausgeblendet wurden, aus den verschiedenen Datenspeichern zusammen und zeigt diese an. Der ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter hat dabei die Möglichkeit, die Übersicht über Filterkriterien einzuschränken (z.B. nur Laborbefunde, nur Medikationsübersicht, nur Befunde seit dem letzten Besuch dieses Patienten). Durch Anklicken eines Listeneintrages wird dieser dann angezeigt.

 

Jeder Zugriffsschritt – sei es von ELGA-Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst oder von einem ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter – wird dabei mitprotokolliert.

 

Wie bekomme ich Zugang zu meinen Gesundheitsdaten?

Das österreichische Gesundheitsportal www.gesundheit.gv.at hat zwei Bereiche: Das Informationsportal, das bereits heute qualitätsgesicherte Gesundheitsinformation für die BürgerInnen bereitstellt, sowie das eigentliche ELGA-Portal, ein geschützter Bereich, über den die ELGA-Teilnehmerin oder der ELGA-Teilnehmer zukünftig Zugriff auf ihre / seine ELGA-Daten und auf Funktionen zur Wahrung der Teilnehmerrechte erhält. In die Entwicklung des ELGA-Portals wurden Patientenanwaltschaft, Selbsthilfeverbände, aber auch Patientinnen und Patienten eingebunden. Für die Anmeldung (Authentifizierung) am ELGA-Portal wird eine Bürgerkarte oder eine Handysignatur (Bürgerkartenhandy) erforderlich sein. Informationen zur Registrierung siehe www.buergerkarte.at.

 

Die Handysignatur ist eine elektronische Unterschrift, die mit dem Mobiltelefon geleistet wird. Das Handy wird dadurch zu einem virtuellen Ausweis im Internet. Nicht nur für ELGA, auch für andere Zwecke, wie z.B. Finanz-Online, Abrufen des Pensionskontos, Einblick in die Leistungsinformation der Sozialversicherung (LIVE), etc. ist eine Handysignatur nützlich. Durch die Handysignatur kann man digital unterschreiben und so den Zugang zu den jeweiligen Anwendungen erhalten.

 

Wie komme ich zu meinen Daten?

ELGA-Daten sind über das ELGA-Zugangsportal www.gesundheit.gv.at nach dem Einstieg mittels Bürgerkarte oder Handy-Signatur abrufbar. Über das ELGA-Portal kann auch die Verwaltung der Zugriffsrechte und Dokumente stattfinden.

 

Sind meine ELGA-Gesundheitsdaten sicher?

Für den Abruf der Daten werden höchste Sicherheitsstandards angewendet. Es wird technisch abgesichert, dass nur Gesundheitsdiensteanbieter auf die Daten einer Patientin oder eines Patienten zugreifen können, wenn ein aufrechtes Behandlungsverhältnis nachgewiesen wird. Die Datensicherheitsexpertinnen und -experten der Betreiber aller ELGA-Komponenten arbeiten an der ständigen Weiterentwicklung der Sicherheitsarchitektur. Sämtliche Zugriffe auf das System werden mitprotokolliert und von einer Betrugserkennungssoftware überwacht. Bei missbräuchlicher Verwendung von ELGA-Daten drohen hohe Strafen.

 

Welchen Nutzen hat ELGA für Bürgerinnen und Bürger?

ELGA ermöglicht den ELGA-Teilnehmerinnen und Teilnehmern unkompliziert über eine sichere Internetverbindung auf die eigenen Befunde zuzugreifen. Die Teilnahme an ELGA und den Zugriff auf ELGA-Daten bestimmen die ELGA-Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst. Zukünftig werden durch ELGA relevante Gesundheitsdaten zeit- und ortsunabhängig genau dann zur Verfügung gestellt, wenn diese für Diagnostik und Behandlung gebraucht werden. Dies führt zu einer Verbesserung der Behandlungsqualität und zu einer Erhöhung der Patientensicherheit.

 

Welchen Nutzen hat meine Ärztin oder mein Arzt von ELGA?

Die Ärztin oder der Arzt kann bei aktuellem Behandlungsverhältnis bestimmte Gesundheitsdaten abrufen, sofern die Bürgerin oder der Bürger der Teilnahme an ELGA nicht vollständig oder teilweise widersprochen hat. Dann kann mit ELGA einfach und schnell auf Vorbefunde aus ganz Österreich und eine Medikamentenübersicht zugegriffen werden, wenn sie gebraucht werden. Die Befunde haben eine einheitliche Optik, strukturierten Aufbau und können automatisch in das ärztliche Dokumentationssystem übernommen werden. ELGA unterstützt die Ärztin oder den Arzt mit konkreten patientenbezogenen Informationen in Diagnostik und Therapie.

 

Habe ich einen Nachteil, wenn ich nicht an ELGA teilnehme?

Die Entscheidung an ELGA teilzunehmen, teilweise oder gar nicht teilzunehmen, obliegt jeder Einzelnen bzw. jedem Einzelnen. Bei Nichtteilnahme an ELGA werden auch keine ELGA-Gesundheitsdaten zur Verfügung gestellt, sondern verbleiben ausschließlich beim Ersteller. Die Entscheidung, ob es im Einzelfall von Nachteil ist, wenn die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt wichtige Informationen zum Gesundheitszustand oder die aktuelle Medikation nicht zur Verfügung hat, muss jeder für sich treffen. Personen, die nicht an ELGA teilnehmen, dürfen jedenfalls nicht benachteiligt werden.

 

Wer sind die ELGA-Systempartner?

Die ELGA-Systempartner sind der Bund, die neun Bundesländer sowie der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.

 

Was ist die gesetzliche Grundlage von ELGA?

Die Elektronische Gesundheitsakte ist im "Elektronisches Gesundheitsakte-Gesetz" (ELGA-G) genannt, das seit 1.1.2013 in Kraft ist,  geregelt. Dort sind ELGA-Teilnehmerrechte, Datenschutz, Datensicherheit und die Teilnahme für Bürgerinnen und Bürger, Patientinnen und Patienten und ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter (z.B. Ärztinnen, Ärzte und Spitäler) festgelegt. Weiters gibt das Gesetz vor, wie ELGA-Daten definiert sind und wie medizinische Dokumente, also die ELGA-Befunde, zu vereinheitlichen sind. Das ELGA-Gesetz verlangt darüber hinaus hohe Bedienungsfreundlichkeit für die Nutzerinnen und Nutzer und gibt die Zeitschiene zur Umsetzung von ELGA vor.

„Elektronisches Gesundheitsakte-Gesetz“ (ELGA-G)

 

Welchen Nutzen hat das ELGA-Portal?

Krankenhaus-Entlassungsbriefe, Laborbefunde, Röntgenbilder sowie Medikationslisten sind Puzzlesteine im Gesamtbild des Gesundheitszustandes einer Patientin oder eines Patienten. Im ELGA-Portal wird dieses Gesamtbild für die einzelne Teilnehmerin oder den einzelnen Teilnehmer nach einem gesicherten Log-In automatisch in einer übersichtlichen Liste zusammengestellt. Patientenautonomie und Patientensicherheit werden gefördert: Die Patientin oder der Patient kann schnell und sicher auf die eigenen Gesundheitsdaten zugreifen, ein Protokoll zeigt der Patientin oder em Patient exakt an, wer wann auf welche Dokumente zugegriffen hat. ELGA-Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben dadurch „mit einem Klick“ Transparenz über Zugriffe auf ihre ELGA-Gesundheitsdaten. Das ELGA-Portal kann außerdem zukünftig weitere ELGA-Anwendungen integrieren, z.B. einen elektronischen Impfpass.

 

Was können die ELGA-Befunde?

Drei Befundarten sind bereits inhaltlich und technisch ausdefiniert und gesetzlich festgelegt: der Krankenhaus-Entlassungsbrief (ärztlich und pflegerisch), der Laborbefund und der Radiologiebefund. Die Befunde werden zukünftig in einem neuen digitalen Format, „Clinical Document Architecture“ (CDA), ausgetauscht, das mehr Möglichkeiten bietet als etwa Papier oder PDF. Auch das Lesen der Befunde am Computer wird für Patientinnen/Patienten und Ärztinnen/Ärzte zukünftig erleichtert: ELGA-Befunde sind für die Computer-Darstellung und Ausdruck optimiert, wichtige Informationen werden hervorgehoben, die Orientierung im Text wird durch Vereinheitlichung von Aufbau und Layout verbessert. Die relevanten Inhalte reduzieren so Fehlerquellen und liefern folglich einen wichtigen Beitrag zur Patientensicherheit.

 

Was muss ich tun, wenn ich nicht an ELGA teilnehmen will?

Man kann aus ELGA „aussteigen“. Ein „Ausstieg“ aus ELGA wird auch als „Opt-Out“ oder gänzlicher Widerspruch zur Teilnahme an ELGA bezeichnet. Die „Widersprüche“ können entweder elektronisch über das ELGA-Portal oder schriftlich bei der ELGA-Widerspruchsstelle abgegeben werden. Wer eine Bürgerkarte bzw. Handysignatur hat und diese auch verwenden will, kann im Wege des Gesundheitsportals (das einen Link auf das ELGA-Portal enthält) unter www.gesundheit.gv.at eine Widerspruchserklärung abgeben.

 

Sind Widersprüche endgültig oder können diese widerrufen werden?

Gänzliche und teilweise Widersprüche können widerrufen werden, wenn man sich dazu entschließt, wieder an ELGA teilnehmen zu wollen. Wie die Widersprüche selbst haben auch deren Widerrufe bei der ELGA-Widerspruchstelle zu erfolgen. Für „ELGA-freie Zeiten“ besteht freilich kein Rechtsanspruch auf eine nachträgliche Aufnahme jener ELGA-Gesundheitsdaten, die auf Grund der Abmedlung in ELGA fehlen.

 

Was ist der Unterschied zwischen gänzlicher und teilweiser Abmeldung von ELGA?

Meldet sich jemand komplett („gänzlich“) von der Teilnahme an ELGA ab, so werden künftig keine Gesundheitsdaten zu dieser Person im Wege von ELGA verfügbar gemacht. Bei einer teilweisen Abmeldung von ELGA meldet man sich nur von einzelnen ELGA-Funktionen, z.B. von e-Medikation oder von e-Befunde ab.

 

Was ist e-Medikation?

e-Medikation ist eine Datenbank, in der Ihre von einer Ärztin oder einem Arzt verordneten bzw. von Apotheken abgegebenen Medikamente und wechselwirkungsrelevante, nicht-rezeptpflichtige Arzneimittel gespeichert werden.

 

Wofür ist die e-Medikation erforderlich?

Durch die e-Medikation wissen die verschreibenden Ärztinnen und Ärzte, welche Medikamente den Patientinnen und Patienten von anderen ELGA-GDA verschrieben bzw. von Apotheken abgegeben wurden. Damit können diese auf unerwünschte Wechselwirkungen überprüft werden und auch unnötige Doppelverschreibungen vermieden werden.

 

Wurde der Nutzen von e-Medikation wissenschaftlich untersucht?

Im Jahr 2010 hat es ein  Pilotprojekt zur e-Medikation gegeben, welches wissenschaftlich evaluiert wurde.

Erfahren Sie mehr:

Management Summary Pilot e-Med Evaluierung

Langfassung Pilot e-Med Evaluierung

 

Was sind e-Befunde?

Zu den e-Befunden gehören Entlassungsbriefe aus dem Krankenhaus, Laborbefunde und radiologische Befunde. Diese werden in einer neuen, österreichweit vereinheitlichten Struktur in ELGA zur Verfügung gestellt.

Wer unterstützt Bürgerinnen und Bürger bei der Ausübung der ELGA-Teilnehmerrechte?

 

ELGA-Serviceline

Die ELGA-Serviceline ist unter der Telefonnummer 050 124 4411 werktags von Montag bis Freitag in der Zeit von 07.00 bis 19.00 Uhr erreichbar. Sie bietet allgemeine Informationen zu ELGA, berät aber auch in Bezug auf die Möglichkeiten des Widerspruchs bzw. des Widerrufs des Widerspruchs. Auf telefonische Anforderung übersendet sie auch das entsprechende Formular.

 

ELGA-Widerspruchstelle (bei Willenserklärung in Papierform)

Bürgerinnen und Bürger können in Ausübung Ihrer Teilnehmerrechte bei der ELGA-Widerspruchstelle eine schriftliche Willenserklärung (Widerspruch bzw. Widerruf des Widerspruchs) zur ELGA-Teilnahme abgeben. Dafür finden Sie auf www.gesundheit.gv.at ein entsprechendes Formular und weiterführende Informationen zur Willenserklärung in Papierform. Die ELGA-Widerspruchstelle trägt die Willenserklärung der Bürgerin oder des Bürgers ein und übersendet darüber eine schriftliche Bestätigung.

 

Was sind ELGA-Ombudsstellen?

Die ELGA-Ombudsstellen beraten und unterstützen die ELGA-Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Wahrnehmung und Durchsetzung ihrer Rechte im Zusammenhang mit ELGA sowie in Angelegenheiten des Datenschutzes. Über die Erreichbarkeit und die Aufnahme ihrer Tätigkeit im Laufe des Jahres 2014 wird gesondert informiert.