Pärchen bedient Laptop mit ELGA-Logo

Was ist ELGA?

Die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) stellt eine elektronische Vernetzung der ELGA-Gesundheitsdaten von Patientinnen und Patienten, die verteilt im Gesundheitswesen entstehen, her. ELGA ist somit ein Informationssystem, das allen ELGA-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern sowie den berechtigten ELGA-Gesundheitsdiensteanbietern, z.B. Ärztinnen und Ärzten, Apotheken, Spitälern und Pflegeeinrichtungen, den orts- und zeitunabhängigen Zugang zu ELGA-Gesundheitsdaten ermöglicht. Mit ELGA werden Spitäler und niedergelassene Vertragsärztinnen und -ärzte sowie Apotheken und Pflegeeinrichtungen, also die ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter, in Österreich flächendeckend vernetzt.

Warum wurde ELGA ins Leben gerufen?

Das Recht von Patientinnen und Patientinnen auf einen raschen und komfortablen Zugang zu ihren eigenen Gesundheitsdaten wird mit ELGA erstmals umgesetzt. Damit wird auch den Anforderungen aus Artikel 19 der Patientencharta hinsichtlich des Rechts der Patientinnen und Patienten auf Einsichtnahme in die über sie geführte Dokumentation der diagnostischen, therapeutischen und pflegerischen Maßnahmen Rechnung getragen.

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Was ist das Ziel von ELGA?

Patientinnen und Patienten können mit ELGA erstmals ihre eigenen Gesundheitsdaten einsehen und verwalten – egal, wann und egal, wo sie gerade sind. Zudem erhält die behandelnde Ärztin bzw. Arzt (oder ein anderer ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter während einer Behandlung bzw. Betreuung) rasch und unkompliziert Vorbefunde, Entlassungsberichte und die aktuelle Medikation seiner Patientinnen und Patienten als unterstützende Entscheidungsgrundlage für weitere Diagnostik und Therapie. Somit kann ELGA in der medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Behandlung und Betreuung durch einen besseren Informationsfluss unterstützen – vor allem dann, wenn mehrere Gesundheitseinrichtungen oder Berufsgruppen entlang einer Behandlungskette zusammenarbeiten.

Wer setzt ELGA um?

Die Umsetzung von ELGA wird durch die so genannten ELGA-Systempartner vorgenommen. Dies sind der Bund (Bundesministerium für Gesundheit), alle neun Bundesländer sowie der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.

Wann gibt es ELGA in ganz Österreich?

Mit ELGA werden Spitäler und niedergelassene Vertragsärztinnen und -ärzte sowie Apotheken und Pflegeeinrichtungen, also ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter, in Österreich flächendeckend vernetzt – eine Pionierleistung für das österreichische Gesundheitssystem.

Die schrittweise Umsetzung hat ab Dezember 2015 gestartet. Zunächst wurde in öffentlichen Spitälern in der Steiermark und in Wien begonnen, Entlassungsbriefe sowie ausgewählte Labor- und Radiologie-Befunde via ELGA verfügbar zu machen. Zug um Zug nehmen nun die landesfondsfinanzierten Spitäler in den anderen Bundesländern und die Unfallkrankenhäuser der AUVA an ELGA teil. Im Mai 2016 startet zudem die ELGA-Funktion „e-Medikation“ im Bezirk Deutschlandsberg in der Steiermark. ELGA sowie e-Medikation werden in der Folge schrittweise im niedergelassenen Bereich bei Kassenärzten und in Apotheken zur Verfügung stehen. Es folgen Kassenambulatorien, private Krankenanstalten, später auch Zahnärztinnen und Zahnärzte mit Kassenvertrag.

Seit dem Start der ersten ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter Ende 2015 steht auch die erweiterte Version des ELGA-Portals für Bürgerinnen und Bürger bereit. Dort können sie ihre eigenen, ab diesem Zeitpunkt entstandenen ELGA-Befunde abrufen. Mit dem Start der e-Medikation wird diese ELGA-Funktion auch im ELGA-Portal nutzbar sein. Die Patientinnen und Patienten können in ihrer e-Medikationsliste ihre verschriebenen und in der Apotheke abgeholten bzw. ihre offenen und noch nicht in der Apotheke abgeholten Medikamente einsehen. Parallel dazu werden die Standorte der ELGA-Ombudsstelle bei den Patientenanwaltschaften –ihre Tätigkeit aufnehmen.

Bereits seit Anfang 2014 sind das ELGA-Portal in der ersten Version (Wahrnehmen der Teilnehmerrechte), die ELGA-Serviceline und die ELGA-Widerspruchsstelle in Betrieb. 

Wer sind die ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter (ELGA-GDA)?

Zu den ELGA-Gesundheitsdiensteanbietern (ELGA-GDA) zählen:

  • Krankenanstalten
  • Einrichtungen der (mobilen und stationären) Pflege
  • Ärztinnen und Ärzte

    • ausgenommen: Ärztinnen und Ärzte im Dienst der Sozialversicherung oder anderen Versicherungen, Ärztinnen und Ärzte mit behördlichen Aufgaben wie Amtsärztinnen und Amtsärzte oder bei der Musterung für den Wehrdienst, Arbeitsmedizinerinnen und Arbeitsmediziner, Schulärztinnen und Schulärzte

  • Zahnärztinnen und Zahnärzte

    • ausgenommen: Dentistinnen und Dentisten, Zahnärztinnen und Zahnärzte im Dienst der Sozialversicherung oder anderer Versicherungen, Amtszahnärztinnen und Amtszahnärzte

  • Apotheken

Wer darf nicht auf ELGA-Gesundheitsdaten zugreifen?

  • Chefärztinnen und -ärzte der staatlichen Sozialversicherungen
  • Ärztinnen und Ärzte, die für private Versicherungen Untersuchungen durchführen
  • Behörden sowie Amtsärztinnen und Amtsärzte
  • Schulärztinnen und Schulärzte
  • Betriebsärztinnen und Betriebsärzte
  • Stellungsärztinnen und -ärzte des Bundesheeres
  • Jene Ärztinnen und Ärzte, die durch den Patienten vom Zugriff ausgeschlossen wurden

Im ELGA-Gesetz ist klar geregelt, wer auf ELGA-Gesundheitsdaten zugreifen darf: Es sind dies neben der Patientin bzw. dem Patienten selbst ausschließlich nur jene Ärztinnen und Ärzte oder ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter, die tatsächlich gerade die betreffende Patientin bzw. den betreffenden Patienten behandeln oder betreuen.

Welche Gesundheitsdaten werden wann über ELGA zur Verfügung gestellt?

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Die ersten über ELGA verfügbar gemachten Daten sind: 

  • ärztliche und pflegerische Entlassungsbriefe der öffentlichen Krankenhäuser
  • Laborbefunde
  • Radiologiebefunde
  • Medikationsdaten

Weiters sind geplant

  • Patientenverfügungen
  • Vorsorgevollmachten
  • Gesetzliche medizinische Register

Sobald Krankenanstalten mit ELGA arbeiten, sind sie verpflichtet, Entlassungsbriefe aus stationären Aufenthalten, Laborbefunde im Rahmen ambulanter Aufenthalte sowie Befunde der bildgebenden Diagnostik (Radiologiebefunde) im Rahmen ambulanter Aufenthalte über ELGA bereitzustellen:

Sobald niedergelassene Fachärztinnen und Fachärzte (Vertragsärztinnen und Vertragsärzte) der Sonderfächer „medizinisch-chemische Labordiagnostik“ sowie „Hygiene und Mikrobiologie“ mit ELGA arbeiten, sind sie verpflichtet, Laborbefunde als ELGA-Gesundheitsdaten zur Verfügung zu stellen.

Niedergelassene Fachärztinnen und Fachärzte des Sonderfaches „Radiologie“ sind ab diesem Zeitpunkt verpflichtet, Befunde der bildgebenden Diagnostik und gegebenenfalls „Bilder“ (Ergebnisse bildgebender Verfahren) als ELGA-Gesundheitsdaten zur Verfügung zu stellen.

Für die niedergelassenen Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner („praktische Ärztinnen und Ärzte“) besteht Speicherpflicht für die Medikationsdaten, d.h. alle niedergelassenen Vertragsärztinnen und Vertragsärzte sind ab diesem Zeitpunkt verpflichtet, die verordneten Medikamente in die e-Medikationsdatenbank einzutragen.

Apotheken sind ebenso ab diesem Zeitpunkt verpflichtet, die Abgabe von Medikamenten einzutragen. Dies gilt für verschreibungspflichtige (rezeptpflichtige) sowie für wechselwirkungsrelevante nicht verschreibungspflichtige Medikamente.

Entstehen den Bürgerinnen und Bürgern Kosten für die ELGA-Nutzung?

Nein, die Nutzung ist kostenlos. Allfällige Gebühren für technische Einrichtungen oder die eigene Organisation wie z.B. Internetanschluss und Briefporto sind jedoch nicht berücksichtigt.

Was ist die Aufgabe der ELGA GmbH?

Die ELGA GmbH, gegründet am 20. November 2009, wurde vom Bund, vertreten durch das Bundesministerium für Gesundheit, allen neun Bundesländern und dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger – die die maßgeblichen Entscheidungs- und Kostenträger im österreichischen Gesundheitswesen repräsentieren – mit der Koordination der technischen und organisatorischen Errichtung von ELGA beauftragt. Zu den Aufgaben der ELGA GmbH gehören u.a. die Weiterentwicklung der IT-Architektur der elektronischen Gesundheitsakte, die Weiterentwicklung von eingesetzten Standards inklusive der internationalen Abstimmung, die übergreifende Programmsteuerung über alle dafür notwendigen Projekte, das Management und die Durchführung erforderlicher Integrationstests, die Öffentlichkeitsarbeit, die übergreifende Koordination des Betriebs sowie die Weiterentwicklung und Kontrolle der Informationssicherheit in ELGA.

Wie steht die österreichische Bevölkerung zu ELGA?

Eine von Oekonsult in der letzten Januarwoche 2014 durchgeführte Befragung zeigt klar: Die Bürger stellen dem Reformprojekt ELGA – entgegen mancher Unkenrufe und unsachlicher Panikmache - ein deutlich positives Zeugnis aus. Die Mehrheit will bei ELGA bleiben und sich nicht abmelden. Erfahren Sie mehr: ELGA-Studie vom Januar 2014